Wie das Arbeitsrecht Eltern schützt – eine Übersicht

Der besondere Kündigungsschutz für Schwangere ist bei den meisten (werdenden) Eltern ausreichend bekannt. So genießen Schwangere bis zum 4. Monat nach der Geburt einen besonderen Kündigungsschutz. Dieser gilt auch in der Probezeit und kann selbst innerhalb von 2 Wochen rückwirkend geltend gemacht werden. Darüber hinaus schützt der Gesetzgeber Eltern durch weitere Vorschriften auf verschiedenen Gebieten.

Elternzeit
So haben Eltern während der Elternzeit, d.h. bis zur Vollendung des 3. Lebensjahres des Kindes, Anspruch auf unbezahlte Freistellung. In dieser Zeit ruht das Arbeitsverhältnis. Der Antrag auf Elternzeit muss spätestens 7 Wochen vor deren Beginn beim Arbeitgeber eingereicht werden. Der Elternteil, der die Elternzeit nach dem Mutterschutz in Anspruch nimmt, kann bis zur Vollendung des 1. Lebensjahres des Kindes Elterngeld beantragen. Ebenso kann ein Elternteil seine wöchentliche Arbeitszeit in diesem Zeitraum auf bis zu max. 30 Wochenstunden beschränken. Mit Ende der Elternzeit hebt aber der alte Vertrag und damit die ursprüngliche Wochenarbeitszeit wieder auf. Sollten Sie also auch weiterhin nur in Teilzeit arbeiten wollen, müssen Sie rechtzeitig mit Ihrem Arbeitgeber eine entsprechende Vereinbarung finden.

Kinderkrankheiten
Die Frage, wie lange Berufstätige bei ihrem kranken Kind zu Hause bleiben dürfen, ist leider gesetzlich nicht eindeutig geregelt. Hier heißt es im BGB nur vage, dass Eltern “für eine verhältnismäßig nicht unerhebliche Zeit” für die Betreuung ihrer kranken Kinder der Arbeit verbleiben können. In der Rechtsprechung hat sich mittlerweile ein Richtwert von 5 Arbeitstagen für Kinder unter 8 Jahren herausgebildet. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass der Arbeitgeber diesen Arbeitsausfall auch bezahlen muss. Schlimmstenfalls gilt der alte Grundsatz “ohne Arbeit kein Lohn”.

Kinderfreundlicher Gesetzgeber
Obwohl sich Deutschland mittlerweile sehr um eine familienfreundliche Gesetzgebung bemüht, sind vor allem in älteren Gesetzen die speziellen Rechte von Eltern nicht oder nicht eindeutig geregelt. Dazu kommen die oft widersprüchlichen Interessen von Eltern, Arbeitgebern, Krankenkassen usw. Im Zweifel bleibt nur, sich kurz bei einem Anwalt seines Vertrauens oder im Internet, z.B. unter http:/www.heldt-zuelch.de/2011/07/21/arbeitszeugnis-was-ist-zu-beachten/ zu informieren.

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